29. Aug 2014

Staatssekretär Laumann zu Besuch beim MDK Hessen - MDK unterstützt Reform der Pflegedokumentation

Die Pflegedokumentation im Heim und bei ambulanten Pflegediensten soll einfacher und schlanker werden. Entsprechende Vorschläge wurden im Projekt des Bundesgesundheitsministeriums „Praktische Anwendung des Strukturmodells – Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation“ erarbeitet, an dem die MDK-Gemeinschaft beteiligt war.

Nun setzt sich der Pflege-Bevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann dafür ein, dass diese Reform bundesweit zügig umgesetzt wird und besucht in diesem Zusammenhang auch die Medizinischen Dienste.

„Unnötige Bürokratie ist einer der größten Motivations-Killer für unsere Pflegekräfte. Überflüssige Dokumentationspflichten rauben ihnen viel Zeit. Diese fehlt dann für die Betreuung der Pflegebedürftigen. Umso mehr freut es mich, dass sich die beteiligten Vertragsparteien auf Bundesebene klar zur gemeinsam entwickelten, reduzierten Pflegedokumentation bekennen. Ich setze mich für eine flächendeckende Umsetzung der neuen Praxis ein. Zum einen werden wir die Projektsteuerung für den weiteren Umsetzungsprozess finanzieren. Zum anderen reise ich quer durch Deutschland und führe wie heute hier Gespräche mit den Beteiligten vor Ort. Auf dieser 'Entbürokratisierungstour' werbe ich für eine breite Umsetzung des Projekts und freue mich, dass der MDK hier in Hessen uns dabei unterstützt. Für die Pflegekräfte, die Tag für Tag hervorragende Arbeit leisten, wäre das eine echte Entlastung.“, erklärte Laumann bei seinem Besuch in Oberursel.

Vorgesehen ist, dass in Zukunft Pflegetätigkeiten, die standardmäßig bei der Grundpflege einer bestimmten Person anfallen, von Pflegeheimen nicht mehr dokumentiert werden. Schriftlich festgehalten werden sollen dann nur noch die Ausnahmen von der Regel. Im Projekt geht es nicht nur darum, den Umfang der Pflegedokumentation zu reduzieren. Vielmehr soll die Dokumentation so strukturiert sein, dass Pflegefachkräfte wichtige Informationen zur Pflege und Betreuung „auf einen Blick“ finden können.

„Die jetzt gefundene Lösung für eine schlanke und „bürokratiearme“ Pflegedokumentation ermöglicht es, die professionelle Pflege auf einem anerkannten fachlichen Niveau zu verbessern“, sagt Wolfgang Gnatzy, Geschäftsführer des MDK Hessen. „Das Strukturmodell ermöglicht es, Sichtweise und Wünsche der Pflegebedürftigen in Planung und Durchführung der Pflege noch besser einzubeziehen.“ „Die Einführung und Umsetzung muss jetzt nach einheitlichen Kriterien vorgenommen werden, um den Einrichtungen und Pflegefachkräften die nötige Sicherheit zu geben. Das fördert die Akzeptanz und sorgt bundesweit für Entlastung der Pflegekräfte von unnötiger Dokumentation“, hebt Gnatzy hervor. „Der MDK Hessen begrüßt daher ausdrücklich die bundesweit einheitliche Einführung und Umsetzung.“

Hintergrund

Die Hauptaufgabe der Pflegedokumentation liegt darin, die Kommunikation aller an der Pflege Beteiligten sicherzustellen. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Qualität der Pflege. Sie schafft Transparenz über die Pflege gegenüber den Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen und den Kostenträgern. In den vergangenen Jahren ist der Umfang der Pflegedokumentation in den meisten Pflegeeinrichtungen gestiegen. Dazu haben rechtliche Aspekte beigetragen, Vorgaben aus Expertenstandards, Anforderungen des internen Qualitätsmanagements sowie der externen Qualitätssicherung.

Viele Pflegeeinrichtungen hatten, um sich in diesem Bereich stärker abzusichern, eher mit zusätzlichen Dokumentationsblättern reagiert. Die Folge: Die schriftliche Darstellung des Pflegeprozesses wurde immer detailreicher und die Pflegedokumentation immer umfangreicher. Viele Pflegeeinrichtungen konzentrierten sich verstärkt darauf, in der Pflegedokumentation tatsächliche oder vermeintliche Anforderungen der externen Prüfinstanzen zu erfüllen. Das kostete vor allem Zeit – zu Lasten der Pflegebedürftigen – und löste, nicht zuletzt bei den professionell Pflegenden, Unzufriedenheit aus. Die eigentliche Funktion der Pflegedokumentation, die gelungene Kommunikation zur Sicherstellung der Pflegequalität, rückte mehr und mehr in den Hintergrund. Dies soll durch das neue Pflegedokumentationssystem geändert werden.

Über den MDK Hessen

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung in Hessen (MDK Hessen) ist die sozialmedizinische Sachverständigeninstitution der gesetzlichen Kranken- und sozialen Pflegeversicherung mit mehr als 3, 5 Millionen Versicherten in Hessen. Sein Aufgabenspektrum ist breit gefächert. Es umfasst die versichertenbezogene Einzelfallbegutachtung sowie die Beratung der Kranken- und Pflegekassen sowie ihrer Verbände in grundsätzlichen Fragen der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie die. Er berät die Kranken- und Pflegekassen und deren Versicherte insbesondere zu folgenden Themen:

  • Sicherstellung der Qualität der Leistungen im Gesundheitswesen
  • Sicherung der Wirtschaftlichkeit der Leistungen im Gesundheitswesen
  • Medizinische Fragen der gesundheitlichen Versorgung und Beratung
  • Beurteilung der Anspruchsvoraussetzungen für Pflegeleistungen
  • Sicherung der Qualität von Pflegeleistungen bei allen Fragen der pflegerischen Versorgung